Argumente gegen den „Windpark Surselva“

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Der Eingriff in die Natur unserer Berge ist unverhältnismässig gross gegenüber dem bescheidenen Gewinn alternativer Energie. Ausserdem ist die Dauer eines wirtschaftlichen Betriebes der Anlagen sehr kurz; heute wird sie auf 18 Jahre geschätzt.

An guten Windstandorten produzieren dieselben Anlagen drei- bis viermal mehr Energie. Alle internationalen Studien sprechen von Küsten­gebieten oder wenigstens vom Meer beeinflussten Bereichen als gute Windenergiegebiete.

Der enorme Eingriff in unsere Natur

  • Mitten in unserer intakten Alpenlandschaft entsteht ein Industriegebiet mit 40 Türmen von je 140 Metern Höhe - allenfalls auch höher.
  • Für die Transporte von jeweils über 100 Tonnen Gewicht braucht es mehrere Kilometer schwer befestigte Strassen - zum Vergleich: LKWs wiegen max. 40 Tonnen.
  • Jedes Fundament für jede einzelne Windenergieanlage (WEA) benötigt 1‘000 Tonnen Beton und 50 Tonnen Armierungseisen am Baustandort.
  • Diese schweren Transporte durchqueren während der ganzen Bauzeit die Dörfer des Lugnez bis hinauf auf 2'400 Meter Höhe.  
  • Die heute geschätzte Lebenszeit der WEA ist 18 bis 20 Jahre, dann braucht es für eine neue Bauphase oder für den Rückbau wieder ähnliche Zu- und Abfahrten. 
  • Ein Rückbau mit dem Abtransport kostet viel Geld. Dies bedeutet ein hohes Risiko für Gemeinden und Grundbesitzer, falls eine Betreiberfirma nach der Reduktion von Subventionen aus wirtschaftlichen Gründen in Konkurs geht. Gemäss amerikanischen Zeitungs­berichten stehen zurzeit 14‘000 WEAs in Kalifornien still, weil staatliche Subventionen ausbleiben.
  • Die Renaturierung der zerstörten Alpgebiete in 2‘400 Meter Höhe dauert mehrere Generationen.

Der Kanton Graubünden hat von seinem grössten Kapital - seine Landschaft und Natur - bereits viel für die Stromerzeugung mit Wasserkraft geopfert. Die endlosen Hochspannungs­leitungen stören nach Jahrzehnten das Auge des Betrachters unvermindert. Die Stauseen jedoch mutierten meistens zu Wanderlandschaften und haben sich oberhalb der Staumauern zu stillen, ansehnlichen Naturreservaten entwickelt. Ein Windpark mit 40 heulenden Generatoren wird sich jedoch nie in die Berglandschaft integrieren!

Windverhältnisse: Die Messresultate über Windgeschwindigkeiten werden als sogenanntes Betriebsgeheim­nis verschlossen gehalten. So können die daraus errechneten Daten durch die Bevölkerung nicht nachvollzogen werden. Es besteht auch keine Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit in Relation zum Eingriff in die Natur zu setzen und allfällige Beiträge an Grundeigentümer und Gemeinden nachzurechnen. Alle Daten basieren auf Angaben und Schätzungen der Initianten (Altaventa AG).

Wirkung der WEA in der Schweiz: Gemäss der TV-Sendung 10vor10 vom 10. Mai 2012 müssten wir in der Schweiz mehr als 5‘000 Windgeneratoren bauen, um Atomkraftwerke zu ersetzen! Selbst damit ist die Versorgungssicherheit bei Windstille nicht gewährleistet. Dazu müssen im gleichen Mass neue Speicher­kraftwerke und/oder konventionelle Kraftwerke (z.B. Kohle-, Oel-, Gaskraftwerke) gebaut werden, die dauernd wenigstens im Standby-Betrieb mitlaufen. Oder wir importieren mehr Strom aus dem Ausland; eventuell Atomstrom?
Wo stehen übrigens die andern - für den obigen Vorschlag notwendigen - 120 Windparks mit je 40 Generatoren?
Muss die Surselva …, muss Graubünden als „Versuchskaninchen“ herhalten?

Naturschutz: Die Alp Cavel ist im kantonalen Richtplan grösstenteils als Schutzgebiet ausgeschieden. Wird dieser Schutz wirtschaftlichen Interessen geopfert? Vielleicht können schlussendlich keine oder nur wenige Anlagen auf der Alp Cavel erstellt werden. Entsprechend werden sich die berechneten Beiträge an Landbesitzer und an Gemeinden auf einen Bruchteil der heute von den Initianten angegebenen Werte reduzieren. Dann ist es jedoch zu spät, die Schäden für Transportwege und Zufahrtsstrassen werden auch für weniger Anlagen entstehen. Muss dieses Risiko eingegangen werden?

Tourismusland Val Lumnezia: Beim Projektgebiet handelt es sich um eine Gegend, welche sich für Menschen aller Altersgruppen als intakte und artenreiche Natur präsentiert und als solche intensiv wahrgenommen wird.

Nicht zu unterschätzen ist die enorme Zerstörung der alpinen Idylle während der intensiven Bauphase. Die Bauzeit dieses Windparks wird wohl mehrere Saisons dauern. Die artenreiche Natur mit ihrer Flora und Fauna wird davon stark betroffen sein. Eine zerstörte Landschaft auf 2400 Metern Höhe wird sich nie mehr so erholen, wie sie einmal war.

Zitat der Originalaussage eines gebürtigen Lugnezers: „Das Lugnez liegt mitten in einer wunderbaren Berglandschaft. Dieses Industrieprojekt wirkt wie ein Schlag in die Magengrube der langjährigen Tourismusphilosophie Val Lumnezia. Ja es kann sogar den Todesstoss für eine Tourismuslandschaft bedeuten, welche die einheimische Bevölkerung zum Bluten bringt und ein paar Wenigen das Weinglas füllen lässt!“
Gibt es da noch etwas anzufügen?

Wirtschaftlichkeit: Bei den im Alpenraum vorherrschenden, unstetigen Winden kann ein Windgenerator nur etwa 15 Prozent seiner Nennleistung erbringen. Dies ist - vom Standpunkt der Energiegewinnung aus gesehen - absolut unwirtschaftlich und kann nur dank horrender Subventionszahlungen (KEV) wirtschaftlich gemacht werden.

Die Be­treiber erhalten für den Windstrom dreimal mehr Geld, als für Strom aus den Bündner Wasserkraftwerken! Übrigens, auch etwa doppelt so viel wie in der EU! Was passiert, wenn die Subventionen reduziert werden, wie in den USA, in Dänemark und in Deutschland bereits geschehen?

Einfluss auf Tiere: Es ist bekannt, dass Rotwild äusserst sensibel auf Windräder reagiert. So wurde festgestellt, dass typische Wildwechsel strikt gemieden werden, und die Tiere einen grossen Abstand zu den Windrädern halten. Ganze Populationen verschwinden aus den Räumen und kommen nach der Bauzeit nicht mehr zurück.

Neuste Messungen zeigen auch, dass Einflüsse von Windparks (Schall, Infraschall usw.) noch in einer Entfernung von bis zu 30 km messbar sind. Die Vorausreaktionen von Wildtieren auf Naturgewalten wie Wetterumstürze, Erdbeben usw. zeigen, dass sie in ihrer Wahrnehmung bedeutend sensibler sind als Menschen. In Anbetracht dieser Tatsache muss man davon ausgehen, dass rotierende Windenergieanlagen auch auf weidende Kühe, welche dieser permanenten Lärm- und Infraschall-Emission sowie dem rotierenden Schattenwurf ausgesetzt sind, einen negativen Einfluss haben. Das Nutzvieh kann jedoch dank Elektrozäunen diesen Einflüssen nicht ausweichen.

Wir schliessen mit diesen ersten Argumenten unseren Standpunkt über den Bau des geplanten Windparks Surselva, obwohl es noch weitere und vertiefende Argumente dagegen gibt. Dazu sind wir gerne zu einer persönlichen Diskussion bereit.

Wir empfehlen grundsätzlich, auf Seite der Energie-Effizienz (Gebäudesanierung, Energiesparen usw.) zu investieren und nicht auf der Seite zusätzlicher Energie-Beschaf­fung. In der Effizienz besteht ein weitaus grösseres, brachliegendes Potential, weit mehr als mit Windenergie je zusätzlich beschafft werden kann.
Siehe dazu auch www.solaragentur.ch unter „Projekte“.

 Wir halten es mit dem prominenten Bergliebhaber Reinhold Messner, der sagt:

Alternative Energiegewinnung ist unsinnig, wenn

sie genau das zerstört, was wir bewahren wollen:

                      Unsere Natur!

 

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IG Sezner-UmSu-Grenerberg                                     
Postfach 41, 7134 Obersaxen
www.surselva-no-windpark.ch
E-Mail: Aktuar IG Sezner-UmSu-Grenerberg                    Obersaxen, 29. März 2013/mj